Futterleder verarbeiten

Futterleder verarbeiten

Wenn du dein Lederaccessoire lieber mit Futterleder statt Stoff füttern möchtest, kannst du das mit dem dafür vorgesehenen dünnen Leder tun. Futterleder am Stück findest du HIER.

Grundsätzlich würden wir dir eine Verarbeitung von Futterleder erst empfehlen, wenn du bereits eines unserer Taschenmodelle mit Stofffutter gefertigt hast und so bereits mit der generellen Vorgehensweise unseres Konzepts vertraut bist. 

Bei der Verarbeitung von Futterleder gibt es zwei Varianten:

VARIANTE 1:
Du schneidest das Futterleder passend für dein Lederaccessoire zu und verklebst das Futterleder passgenau Innenseite auf Innenseite mit dem Außenleder. Danach stichst du ggf. Löcher mit der Ahle oder dem Prickeisen nach.

VARIANTE 2:
Du schneidest das Futterleder größer zu, als du es für dein Lederaccessoire benötigst, verklebst das Futterleder Innenseite auf Innenseite mit dem Außenleder und schneidest erst danach das überstehende Futterleder bündig ab und stichst die Nahtlöcher mit der Ahle oder dem Prickeisen nach.


Wann welche Variante nutzen?


Welche Vorgehensweise am besten geeignet ist hängt vor allem vom Taschenmodell ab.

In der Regel gilt: Variante 2 eignet sich besser, wenn das Futterleder auch mit Nahtlöchern versehen werden muss, da das akkurate Verkleben von Nahtloch auf Nahtloch sehr mühsam und selten erfolgreich ist, insbesondere da sich das dünne Futterleder leichter dehnt als das dickere Außenleder. Das Futterleder sollte also erst nach dem Verkleben mit dem Außenleder mit Nahtlöchern versehen werden.

Bei The Perfect Tote und The Casual Bucket allerdings wird das Futter für den Taschenkörper kleiner zugeschnitten als das Außenleder, das Futterleder reicht somit bis kurz vor die Nahtlöcher und wird dann in das Außenleder eingeschlagen und so vernäht. Bei diesen beiden Taschenmodellen ist also Variante 1 sinnvoller.

Wie genau gehe ich vor?


Variante 1: Futterleder direkt passend zuschneiden und aufkleben (empfohlen für den Taschenkörper von The Casual Bucket und The Perfect Tote)
  • Nimm das gelieferte Stofffutter als Vorlage und schneide das Futterleder genau zu.
  • Trage Kleber auf die Rückseite des Futterleders und auf die Rückseite des Außenleders oder auf die Verstärkung auf und lasse den Kleber kurz ablüften.
  • Klebe die Lederteile passgenau Stück für Stück zusammen, nutze dafür den Trick mit der Klarsichtfolie aus unserem Video-Tutorial.

Variante 2: Futterleder großzügig zuschneiden, aufkleben und mit Nahtlöchern versehen (empfohlen für Taschen, bei denen das Futter bis zum Rand aufgeklebt wird)
  • Nimm das gelieferte Außenleder als Vorlage und schneide das Futterleder großzügig zu. Du kannst dabei den Umriss des Außenleders auf das Futterleder übertragen, um im nächsten Schritt gezielter den Kleber aufzutragen.
  • Trage Kleber auf die Rückseite des Futterleders und auf die Rückseite des Außenleders oder auf die Verstärkung auf und lasse den Kleber kurz ablüften.
  • Klebe die Lederteile Stück für Stück zusammen und lasse alles gut trocknen.
  • Schneide das Futterleder bündig zum Außenleder mit einem Rollschneider, einem Cuttermesser oder einer Lederschere ab.
  • Stich alle Nahtlöcher mit einem Prickeisen oder einer Ahle nach. Nutze dafür die bereits vorhandenen Nahtlöcher des Außenleders. Das ist etwas Fleißarbeit, aber die Mühe lohnt sich!  

Was muss man bei Futterleder noch beachten?


  • Nutze zum Füttern deiner Tasche unbedingt das dafür vorgesehen Futterleder, da dieses extra dafür ausgedünnt wurde und „normales“ Außenleder zum Füttern viel zu dick wäre.
  • Im Gegensatz zum Sofffutter erhöht sich durch das Futterleder das Gewicht der fertigen Tasche.
  • Wenn du deine Tasche mit Leder fütterst, hat sie automatisch mehr Stabilität. Es eignet sich also perfekt, dünne Leder wie Lammnappa oder Gams Velours etwas standhafter zu machen.
  • Das Futterleder gibt zwar mehr Stabilität, dennoch sollte die Verstärkung aus der DIY-Box mit eingearbeitet werden.
  • Dadurch, dass die Rückseite des Futterleders auch komplett mit Kleber bestrichen wird, verdoppelt sich der Kleberverbrauch, weshalb der Kleber deiner DIY-Box ggf. nicht ausreicht.
  • Bei der Fertigung können einzelne Schritte der Anleitung übersprungen werden, die zum Schutz vor dem Ausfransen des Futterstoffs gedacht waren, wie bspw. Leder-Einfassstreifen bei Oberkanten annähen oder die Naht des Fleißes bei The Versatile Hobo. Wenn du optisch nicht auf diese Lederelemente verzichten möchtest, kannst du natürlich dennoch annähen, dann werden nur die Lederkanten dicker.
  • Eventuell benötigst du längere Buchschrauben als die, die in der DIY-Box mitgeliefert werden, da diese nicht auf die Dicke von Außenleder plus Futterleder ausgelegt sind. Ob du tatsächlich andere Buchschrauben benötigst, hängt von der Dicke deines Außenleders ab. Die längeren Buchschrauben (6mm) findest du HIER.
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